Sorya heißt „Strahlende Sonne“

„Die Hilfe zur Selbsthilfe“ ist auch unser Ziel. Das verbindet uns mit vielen, vielleicht allen anderen Organisationen. Weiter möchte ich nicht auf unsere Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit anderen eingehen - es wäre auch unfair ihnen gegenüber. Sie leisten alle auf ihre Art und Weise einen Beitrag zur Verbesserung unserer Welt, die gar nicht genug Unterstützung bekommen kann. Das Handeln einer Organisation gibt mehr über sie preis als ihre erklärten Ziele. Ich möchte Ihnen daher lieber den Weg beschreiben, den wir seit Anbeginn gehen.
Seit einigen Jahren ist in Phnom Penh und in einigen Provinzstädten eine rasante Entwicklung zu beobachten. Eine Entwicklung, die deutlich den Reichen in Politik und Wirtschaft zugute kommt, aber nicht dem Mittelstand und der unteren Schicht. 80 Prozent der Bevölkerung leben als Reisbauern auf dem Land. Ihr Leben ist geprägt durch körperliche Schwerstarbeit, finanzielle Nöte, Krankheiten und niedrigen Bildungsstand.

Diese Menschen stehen im Blickpunkt unserer Entwicklungsorganisation. Mit ihnen steht Sorya in enger freundschaftlicher Beziehung: Wir leben mit ihnen, arbeiten mit ihnen und verbringen einfach viel Zeit miteinander. Dies verschafft uns den Vorteil, ihr Leben besser kennen zu lernen und ihre Wünsche und Ziele zu erfahren. Zusammen können wir Ideen, Vorschläge und Anregungen austauschen und so unserer aller Entwicklung fördern.
Es ist nicht schwer, Land zu kaufen, eine Schule zu bauen oder ein Unternehmen zu gründen, solange unser Wille unseren Kopf und Körper bewegt. Dass dabei Schwierigkeiten unseren Weg begleiten, liegt in der Natur der Sache und muss von uns nur schnellstmöglichst angegangen werden. Es braucht aber viel Zeit und Geduld, gemeinsam über die Beschränkungen hinauszuwachsen, die Unwissenheit, Tradition und Lethargie jedem von uns mitgegeben haben.

Es ist unheimlich wichtig, dass eine Entwicklung in unser aller Persönlichkeit stattfindet. Die Möglichkeiten unserer Hilfe sind grenzenlos. Grenzenlos zu helfen ist aber nicht sinnvoll, es ist sogar für alle Beteiligten gefährlich. Die Grenzen unserer Tätigkeiten sind unsere Tugenden, die wir uns stets bewahren müssen. Kein Zwang darf unsere Menschenwürde verletzen und kein Vorteil eines Einzelnen darf jemals das Wohl Aller gefährden.

Viele Entscheidungen müssen getroffen werden. Mit unseren Entscheidungen wandeln wir oft auf einem schmalen Grat – und entscheiden manchmal falsch. Wir sind keine perfekte Organisation und werden es auch niemals sein. Wir lernen aus unseren Fehlern, die sich in dem Maße mehren werden, in dem wir wachsen. Solange wir ehrlich zu unseren Fehlern stehen, können wir auch als Menschen weiter wachsen. Ehrlichkeit ist daher die Basis unserer Zusammenarbeit. Dank ihr können wir uns couragiert der Zukunft zuwenden.
Die Ergebnisse unserer Arbeit spiegeln sich in den strahlenden Gesichtern der Menschen wider, mit denen wir zusammenarbeiten. Diese Momente motivieren uns, unseren Weg weiter zu gehen. Alle inzwischen rund 125 Mitglieder arbeiten ehrenamtlich, alle mit dem Willen, einen Beitrag zur Verbesserung dieser Welt zu leisten. Die Unterstützung unserer Freunde, Mitglieder und Spender ist uns dabei die größte Hilfe. Ihnen allen möchte ich von Herzen danken.

Hi-Khan Truong, Initiator und Vorsitzender von Sorya e.V.