...mit einer kleinen Tafel,

die mich damals 25$ kostete. Damals, das war im Dezember 2001, auf meiner ersten Reise durch mein Heimatland Kambodscha. Die Tafel war ein Geschenk an ein kleines Dorf am Fuß des Berges Phnom Chiso. Gleich am ersten Unterrichtstag scharten sich 60 kleine Kinder des Dorfes vor diese Tafel. Sie wollten eine Sprache lernen, die sie vorher nicht kannten, aber von der sie ahnten, dass sie ihnen neue Perspektiven eröffnen könnte. Eine Woche lang unterrichtete ich meine kleinen Schüler von 3 Uhr mittags bis 9 Uhr abends in Englisch. Ich konnte beobachten, wie sie hochmotiviert und mit viel Interesse meine Worte aufnahmen. Und wie ihre Gesichter ein großes Maß der Freude ausstrahlten. Aus dieser kleinen Tafel entstand im März 2002 die Entwicklungsorganisation PREAH ONG, das heutige Sorya. Für mich war dies der Aufbruch auf einen langen Weg der Verantwortung, und mein Beitrag zur Verbesserung dieser Welt.

Hi-Khan Truong, Hamburg. Initiator der Organisation Sorya.



60 Kinder scharten sich um eine 25$ teure Tafel - Der Anfang einer großen Initiative
Unsere Mitglieder haben starke und vielfältige Bindungen nach Kambodscha – das gilt in besonderem Maße für den Gründer und Vorsitzenden von Sorya, Hi-Khan Truong. Der Hamburger Mediendesigner stammt aus einer chinesisch-kambodschanischen Kaufmannsfamilie aus der kambodschanischen Provinz Kampot.

Als die Roten Khmer am 17. April 1975 Phnom Penh eroberten und das vierjährige Terrorregime Pol Pots einleiteten, floh die Familie nach Vietnam. Am 15. Juli 1977 kam Hi-Khan als viertes Kind auf der vietnamesischen Insel Phu Quoc vor der Küste Kambodschas auf die Welt. Als boatpeople gelang der Familie im Spätsommer 1978 die Flucht nach Thailand. Im Flüchtlingslager von Bangkok warteten sie mehrere Monate auf die Ausreise in die USA. Eine Schicksalsentscheidung des Vaters Su Nghiep brachte die Familie im Februar 1979 nach Frankfurt/Main, wo die Rheinland-Pfälzische Landesregierung 25 Flüchtlingsfamilien willkommen hieß – die lange Odyssee hatte ein Ende.

Die Kindheit verbrachte Hi-Khan mit seiner Familie im Rheinland-Pfälzischen Idar-Oberstein. Nach dem Abitur machte er in Hamburg eine Mediendesigner-Ausbildung und machte sich nach deren Abschluss dort als Art Director selbständig. Im November 2001 besuchte Hi-Khan gemeinsam mit seinem Vater die Heimat Kambodscha. Es war für ihn die erste Reise in das Land seiner Vorfahren. Die Begegnung mit Verwandten vor Ort und der Entwicklungsrückstand motivierten ihn, eine Organisation zu gründen. In die Dörfer am Berg Phnom Chiso verschlug ihn dabei der Zufall – hier ist heute das Aktionsgebiet Soryas.
Aus dieser kleinen Tafel entstand die Hilfsorganisation Sorya.
Am 9. März 2002 gründeten 15 Menschen im Hamburger Rothenbaum die Entwicklungsorganisation PREAH ONG. Am 12. April 2002 erfolgte die Eintragung als gemeinnütziger Verein. Im September des selben Jahres sammelte die Organisation genügend Geld, um die Alysha Chan School in Tropang Sdock zu bauen. Benannt wurde die erste Schule nach Hi-Khans Nichte Alysha Chloé Blömker, die im selben Monat das Licht der Welt erblickte.

Mit den Worten PREAH ONG werden im Kambodschanischen geehrte und weise Personen angesprochen. Sie erwiesen sich jedoch als mehrdeutig – PREAH ONG bedeutet auch Gott. Nachdem es deswegen bei der Anmeldung als kambodschanische Organisation zu Komplikationen kam, entschloss der Verein sich zu einer Umbenennung. Im November 2005 erfolgte die Eintragung der kambodschanischen Seite unter dem Namen Sorya Cambodia Development Organisation. Die deutsche Seite stimmte einer Namensänderung auf der Mitgliederversammlung im Dezember 2005 zu. Genau vier Jahre nach Gründung der Organisation erfolgte am 12. April 2006 im Vereinsregister Hamburg die Umbenennung in Sorya e.V.